Großbatteriespeicher als Schlüssel zur Energiewende
Großbatteriespeicher als Schlüssel zur Energiewende
Industrielle Abwanderungen
Ein Blick in wissenschaftliche Auswertungen zur deutschen Wirtschaft zeigt, dass spätestens seit Anfang 2022 eine hohe Unsicherheit bei Unternehmen festzustellen ist. Sowohl ein sinkender ifo-Geschäftsklimaindex als auch die Verringerung der RWI-Konjunkturprognose untermauern dieses.
Der ifo-Geschäftsklimaindex sank im September 2024 auf 85,4 Punkte, nach einer kurzfristigen Erholung im Q1 2024 – 86,5 Punkte im Oktober 2024. Die deutsche Wirtschaft kämpft weiterhin mit hohen Energiepreisen, Bürokratie und Planungsunsicherheit.
Das ifo-Beschäftigungsbarometer basiert auf ca. 9.500 Meldungen der Beschäftigtenplanung von Unternehmen diverser Branchen für die nächsten drei Monate. Das Barometer ist im Oktober auf 93,7 Punkte gefallen und entwickelt sich seit Monaten kontinuierlich nach unten. Offene Stellen werden von Unternehmen nach Wahrnehmung der Wirtschaftsforscherinnen und -forscher oftmals nicht nachbesetzt.
In der RWI-Konjunkturprognose wurden die BIP-Wachstumsprognosen gesenkt. Dieses Jahr wird das deutsche BIP im Schnitt nur 0,1% zunehmen (Stand Juni 24: 0,4%). 2025 wird ein Wachstum von 0,9% prognostiziert (Stand Juni 24: 1,5%).
Abnehmendes Vertrauen und hohe Unsicherheiten schwächen den Industriestandort Deutschland. Ein Fünftel der deutschen Industriewertschöpfung ist nach einer aktuellen Einschätzung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) mittelfristig gefährdet – das im internationalen Wettbewerb hohe Energiepreisniveau ist ein entscheidender Faktor.
In Folge der Verunsicherung wandern zunehmend Unternehmen aus Deutschland ab und bestätigen so weiter den Rückgang des Geschäftsklimas. Einer der immer wieder genannten Gründe sind hohe Energiekosten in Deutschland.
Speichertechnologien
Seit 2013 ist eine steigende Anzahl an Negativpreisstunden und eine Volatilität des Strompreises in Deutschland zu beobachten.
2021 und 2022 ist eine geringere Anzahl an Negativpreisstunden auf Grund der Energiekrise (stark steigende Preise) und geringerer Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen festzustellen.
Im Jahr 2024 hingegen wurden bis November 449 Negativpreisstunden verzeichnet. 2023 entstanden Redispatchkosten i.H.v. 3,1 Milliarden EUR.
Eine Maßnahme der Bundesregierung ist die Förderung nach EEG ab 2025 im Fall von negativen Strompreisen für Neuanlagen auszusetzen mit dem Ziel Negativpreisstunden und Überproduktion sowie die Kosten für Ökostromförderung zu reduzieren.
Der Einsatz von Großbatteriespeichern kann die Marktvolatilität reduzieren. Die modulare Bauweise von Großbatteriespeichern macht Anlagen skalierbar, reduziert Bauzeiten und Konstruktionsrisiken, sodass die Markteintrittsbarrieren für einen langfristigen Wettbewerb gesenkt werden.
Sie sind weniger strukturell eingeschränkt als Pumpkraftspeicherwerke oder Erdgas- und Wasserstoffkraftwerke, da lediglich der Anschluss ans Stromnetz wichtig ist.
Die flexible Größe von Großbatteriespeichern ermöglicht zudem den Anschluss auf verschiedene Netzebenen: Zentral am Übertragungsnetz oder dezentral am Verteilungsnetz.
Der volkswirtschaftliche Nutzen bis 2050 wird auf ca. 12 Mrd. € in Form von Reduktion der Gesamtkosten von elektrischer Energie geschätzt.
Ein zusätzlicher volkswirtschaftlicher Nutzen kann durch die Reduktion von Netzengpassmanagementkosten, verbesserter Integration der erneuerbaren Energien sowie Folgeeffekte von reduzierter Preisvolatilität und Strompreise erzielt werden. So können moderne Speichertechnologien nicht nur ganz praktisch helfen sondern mittelbar auch einen Beitrag zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland leisten.